Wären wir keine Plastik-, so wären wir wohl eine Aluminiumgesellschaft. Zu Weltruhm gelangte das Leichtmetall wohl in Form von matt schimmernder Folie, mit der Max Mustermann und Anna Alltäglich ihre Stullen einpacken und ihre Tiefkühlpizzen auftauen. Doch auch wenn es so scheint, ist das längst nicht das Opus Magnum des rührigen Elements. So steht Aluminium im Verdacht, schwere Erkrankungen wie Alzheimer und Brustkrebs zu verursachen.

Unsichtbar und allgegenwärtig

Was wir häufig nicht sehen: Aluminium ist überall. Im Trinkwasser, in Lebensmitteln, Kosmetika, Medikamenten und Küchengeräten. Als Element ist Aluminium in gebundener Form in der Erdkruste gelagert. Somit gelangt es über Umwege wie Trinkwasser, Gemüse und Gewürze in den menschlichen Stoffwechsel. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit nimmt der durchschnittliche Verbraucher bereits über seine Ernährung zu viel Aluminium auf. Ausgegangen wird hierbei jedoch von einem Richtwert, dessen Überschreitung noch keine gesundheitlichen Folgen nach sich ziehen muss. Aluminium lagert sich in Organen und Knochen ab. Wie viel davon und wie lange, ist nicht erwiesen. Was man weiß, ist dass der Aluminiumgehalt im Körper mit den Jahren steigt. Doch was ist dran an den Schreckensmeldungen? Müssen wir um unsere Gesundheit bangen? Oder ist die gute alte Alufolie doch nur eine harmlose praktische Alltagshilfe?

Deos und Brustkrebs

Die Ansicht, Aluminium verursache Brustkrebs, ist stark umstritten. Zum einen fungiere Aluminium in Deos als Porenplombe und staue den Schweiß mitsamt seinen gesundheitsgefährdenden Substanzen. Zum anderen wirke das Leichtmetall giftig auf Körperzellen und fördere somit aktiv die Entstehung von Krebszellen. Die Gegenseite betont, dass Schweiß keine bedenklichen Substanzen enthalte, da alle Schadstoffe und Gifte über Leber und Niere abtransportiert würden. Beweise seitens der Forschung fußen auf Tierversuchen, namentlich an Mäusen, bei denen die Einwirkung von Aluminiumsalzen zu Brustkrebs geführt habe. Abgesehen von der moralischen Fragwürdigkeit solcher Studien, erscheinen sie einer stringenten Beweisführung kaum zuträglich. Die genetischen Unterschiede zwischen Mäusen und Menschen sind derart frappant, dass es in der Vergangenheit häufig zu Trugschlüssen kam. Da Tierversuche jedoch großzügig subventioniert werden, nimmt man solche Ungereimtheiten gern in Kauf. Fazit? Knifflig. Ob Aluminium Brustkrebs verursacht, wissen wir schlichtweg nicht. Metallische Ablagerungen im Körper können kaum gesund sein. Wenn Sie daher auf Nummer sicher gehen wollen, achten Sie auf die Inhaltsstoffe Ihres Deodorants und verzichten Sie auf Aluminium.

Aluminium = Alzheimer?

Eine grundsätzliche direkte Verbindung zwischen Aluminium und Alzheimer ist nicht belegt. Dafür spricht, dass in den Gehirnen von Alzheimer-Patienten auffällige Mengen an Aluminiumablagerungen entdeckt wurden. Das macht stutzig, wirklich schlagkräftig wirkt es aber nicht, zumal die Frage, ob es sich um eine Ursache oder ein Symptom handelt, nicht beantwortet werden kann. Zwar existieren nachweislich Fälle, in denen Ablagerungen zur Demenz geführt haben. Dies betrifft jedoch lediglich Dialyse-Patienten, bei denen beträchtliche Mengen von Aluminiumsalzen unmittelbar in den Blutkreislauf gepumpt wurden. Die verantwortlichen körperlichen und chemischen Prozesse bleiben undurchsichtig. Mittlerweile sind die Dialyseflüssigkeiten weitgehend frei von Aluminiumsalzen. Auch hier bleiben wir als Verbraucher und Menschen mit Fragezeichen zurück.

Fazit

Was bleibt am Ende des Tages? Große Verunsicherung. Widersprüchliche Informationsflüsse, Anschuldigungen, Be- und Entkräftigungen, Wissenschaftler im Kampf um Deutungshoheit und Forschungsgelder, sodass man als Verbraucher schließlich nur darin bestätigt wird, dass man gar nichts glauben kann. Was können wir noch daraus ziehen? Achtsamkeit beim Kauf aller Produkte, ein prüfender Blick auf die Inhaltsstoffe. Dinge, die einen bezüglich gesundheitlicher Verträglichkeiten verunsichern, lassen sich häufig vermeiden. Die Forschung hat hier ein feistes Desiderat vor sich liegen. Ein Prozess, den es zu verfolgen gilt.

Quellen:

Welt

Zentrum der Gesundheit

BR

Spektrum

Zeit

Krebsinformationsdienst

Focus

Ärzte gegen Tierversuche

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