Lebensmittel kosten Geld, sind essenziell und werden doch in rauen Mengen weggeworfen, täglich. Wir haben eine gute Nachricht für Sie: Wenn Sie nachhaltig und verantwortungsvoll mit Essen umgehen, sparen Sie dabei Geld. An dieser Stelle möchten wir Ihnen einige praktische Tipps für den Umgang mit Lebensmitteln geben, mit denen Sie nicht nur Magen und Portemonnaie beglücken, sondern auch einen kleinen Teil der Welt zu einem besseren Ort machen können.

Da tierische Produkte in der heutigen Zeit grundsätzlich nicht nachhaltig sind (glauben Sie nicht? Schauen Sie hier), beschränken wir uns in diesem Artikel auf Obst und Gemüse. Ist außerdem nicht nur gesünder, sondern auch viel günstiger.

Alt = weg damit?

Wenn der Schimmelflaum zugeschlagen hat, gehören Lebensmittel selbstredend in die Tonne. Ist Gemüse oder Obst einfach nur alt und weich, bedeutet das nichts Schlechtes. Je nach Konsistenz und Reife können Sie es unterschiedlich verarbeiten. Ist eine Banane beispielsweise braun und matschig, bietet sie eine hervorragende Grundlage für einen Smoothie. Bei Avocados lassen sich braune Stellen einfach entfernen; sind sie zu weich, machen Sie Guacamole daraus. Sprießen bei Ihren Kartoffeln die Triebe? Solange sie nicht länger sind als 1 cm, kein Problem. Grundsätzlich verändern sich Aroma und Beschaffenheit von Lebensmitteln mit der Zeit. Das ist ein Teil des Reife- und Verrottungsprozesses. Bei manchen Produkten werden dabei chemische Substanzen produziert, die gesundheitsschädlich sind; bei den meisten jedoch nicht. Wenn Sie einen runzeligen Apfel zu Hause liegen haben, informieren Sie sich ruhig, ob Sie nicht noch etwas Leckeres daraus zaubern können, oder ob sie ihn lieber entsorgen sollten. Es ist teilweise erstaunlich, was aus alten Lebensmitteln entstehen kann.

Foodsharing und Fairteiler

Täglich werden Unmengen von Lebensmitteln weggeworfen, weil Verpackungen aufgerissen sind, unschöne Stellen sich darauf abzeichnen, das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, oder sie aus anderen Gründen nicht mehr verkauft werden können oder dürfen. All diese Faktoren bedeuten keinesfalls, dass die Waren ungenießbar sind. Das Mindesthaltbarkeitsdatum prognostiziert – im Gegensatz zum Verfallsdatum – nicht mit kalendarischer Präzision, wann ein Produkt verdirbt. Der Hersteller garantiert lediglich nicht mehr für die einwandfreie Konsistenz der Ware.

Wer gegen die sinnlose Vergeudung von Lebensmitteln vorgehen will, ohne sich in illegale Machenschaften zu verstricken, dem sei Foodsharing ans Herz gelegt. Hinter diesem programmatischen Begriff steht eine seriöse Organisation, der Sie beitreten und damit bei teilnehmenden Lebensmittelfilialen überschüssige Nahrungsmittel abholen können. Voraussetzung ist, dass Sie sich mit dem Regelwerk vertraut machen und einen entsprechenden Test absolvieren, da Foodsharing großen Wert auf ein professionelles und integres Auftreten legt. Nicht nur das Abholen von Essen bei Biomärkten, Bäckereien und Gemüsehändlern steht hier im Vordergrund, sondern auch der aktive Austausch von Foodsharern. So erhalten Sie beispielsweise die Möglichkeit, Essenskörbe zusammenzustellen und diese über die Internetplattform an andere Foodsharer abzugeben. Oder, falls Sie das möchten, selbst welche anzunehmen und abzuholen.

Wer selbst Nahrungsmittel wegwerfen möchte, weil er beispielsweise keine Verwendung mehr dafür findet, kann sich nach einem Fairteiler in seiner Nähe erkundigen. Diese gekennzeichneten Schränkchen im Habitus von Altkleidercontainern bieten die Möglichkeit, Essen abzugeben, zu verteilen und bei Bedarf abzuholen. Was man selbst nicht mehr essen möchte, vermag irgendwo anders auf der Welt immer irgendwelche Mäuler zu stopfen.

Hässlich = schlecht?

Das Auge isst mit. Dementsprechend neigen wir dazu, unförmiges oder verhutzeltes Gemüse und Obst liegen zu lassen und zu den glatten, symmetrischen Varianten zu greifen. Das ist natürlich Quatsch. Hässliche Lebensmittel verfügen über die gleichen inneren Werte wie schöne und unterscheiden sich auch geschmacklich nicht. Tipp: Gehen Sie abends einkaufen. Kurz vor Ladenschluss reduzieren viele Supermärkte Ihre liegengebliebenen Produkte.

Ordnen und planen Sie Ihre Lebensmittel

Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen ans Herz legen, Ihre Lebensmittel zu planen und zu ordnen.  Überlegen Sie sich vor dem Einkauf, was Sie in der folgenden Woche brauchen und essen möchten und schreiben Sie einen Einkaufszettel. Auch nach dem Einkauf geht die Organisation weiter: Es empfiehlt sich, Lebensmittel nach Verderblichkeit in Schrank und Kühlschrank zu ordnen, und die fragileren Waren nach vorne zu rücken, damit Sie nichts vergessen und wegwerfen müssen.

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