Wer liebt es nicht, das Meer? Allerdings dürfte kaum einer übersehen haben, wie verschmutzt die Wasserwüsten unseres Planeten sind. In erster Linie ist es Plastik, das unsere Meere und die darin heimische Flora und Fauna bedroht. Rund 700 Arten von Meeresbewohnern sind aktuell durch die Verschmutzung gefährdet. Prognosen zufolge könnte bis 2050 mehr Plastik im Meer schwimmen als Fische [sic!]. Was tun?

Umweltschutz beginnt beim Einzelnen, endet aber nicht dort

Zunächst muss natürlich jeder vor der eigenen Haustür kehren. Das ist ein Anfang; die Umsetzung im Alltag erfolgt denkbar einfach durch Mülltrennung oder Vermeidung von Verpackungsmüll. Um eine globale Kehrtwende hinzulegen, reicht das nicht. Hier kommen die Unternehmen ins Spiel: Diese müssen nicht nur ihren Müll reduzieren, sondern auch präventive Maßnahmen ergreifen.

Umweltsünde Plastiktüte

Die bedrückenden Bilder im Plastik verendeter Tiere dürften jedem, der sie einmal gesehen hat, im Kopf herum spuken. Auch die Plastiktüte hat viele Meeresbewohner und Vögel das Leben gekostet. Kein Wunder, betrachtet man die Zahlen: Laut Berliner Umweltbundesamt kauft jeder Deutsche durchschnittlich 70 Plastiktüten im Jahr, innerhalb der EU steigt der Wert sogar auf 198. Um diesen aberwitzigen Massen entgegenzuwirken, hat die EU bereits am 26. April 2016 die kostenlose Abgabe von Plastiktüten verboten. Bis 2019 soll der Verbrauch von Plastiktüten auf 90, bis 2025 auf 40 Stück pro Kopf sinken. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.

Ein gutes Beispiel

Der Lebensmitteldiscounter Penny hat sich entschlossen, der Umweltverschmutzung entgegenzuwirken und verzichtet nun komplett auf Plastiktüten; dadurch soll die sich im Umlauf befindende Menge um 62 Millionen Stück jährlich reduziert werden. Sind ja immerhin 2.150 stolze Filialen, mit denen Penny in Deutschland aufwarten kann. Alternativ bietet man den Kunden Taschen aus Papier und Baumwolle sowie die sogenannten Permanenttragetaschen. Ganz einwandfrei sind diese Varianten selbstredend auch nicht. Laut der Deutschen Umwelthilfe verrotte die Papiertragetasche zwar schneller, ihre Ökobilanz falle jedoch insgesamt eher schlechter aus, da sie in der Herstellung deutlich mehr Ressourcen wie Energie und Wasser verschlinge. Einzig die Permanenttragetasche sei bei konsequenter Wiederverwendung eine schlagkräftige Option. Zur Not gibt’s ja noch den guten alten Rucksack.

Anreizsysteme für den Kunden

Um die Wiederverwendung der Permanenttragetasche zu fördern, belohnt Penny nachhaltig denkende Kunden: Wer mit seiner „Günter Kastenfrosch“-Tasche zum Einkauf erscheint, erhält einen Rabatt von 10 Cent. Im Einzelnen nicht viel, auf lange Sicht läppert sich’s. Der Discounter geht aber noch weiter und spendet dieselbe Summe, die er seinen Kunden als Rabatt schenkt, an gemeinnützige Einrichtungen, Projekte und Vereine . Wie hoch der Betrag ausfallen wird, lässt sich noch nicht einschätzen. Bei einem Jahresumsatz von über 7 Milliarden EUR in Deutschland (2015) dürfte sich aber durchaus eine honorige Summe anhäufen, die einigen sozialen Projekten Leben einhauchen könnte.

Aktuell werden noch Restbestände von Plastiktüten verkauft. Danach heißt es: goodbye, liebes Plastik, auf Nimmerwiedersehen! Wäre schön. Wer weiß? Immerhin finden sich bereits Nachahmer: Der Discountriese Lidl hat ebenfalls angekündigt, die Plastiktüte abschaffen zu wollen.

 

Quellen:

TAZ

Morgenpost

Stern

Whales.org

Nabu

Penny

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