Dass unsere Regenwälder hochgradig gefährdet sind, sollte keinen nennenswerten Informationszuwachs darstellen. Die Auswirkungen sind, gelinde gesagt, verheerend: Durch die Rodung des Regenwalds wird das in den Bäumen gespeicherte CO2 freigesetzt und schädigt unsere Erdatmosphäre. Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten verlieren ihren Lebensraum und sterben aus. Täglich lassen ca. 2.000 Menschenaffen für die Ausbeutung des Regenwalds ihr Leben.

In einem unserer Artikel berichteten wir darüber, wie Norwegen und einige Großkonzerne sich für den Erhalt der Regenwälder einsetzen. Nun wollen wir Ihnen zeigen, was Sie effektiv zum Schutz der Lunge der Welt beitragen können.

1. Papier

Nach den USA, China und Japan ist Deutschland der weltweit viertgrößte Papierproduzent und verbraucht in etwa so viel wie Afrika und Südamerika zusammen. Man sollte meinen, dass Papier infolge der Digitalen Revolution nach und nach zum Fossil aus grauer Vorzeit versteinert – weit gefehlt. Statistisch betrachtet lag der Pro-Kopf-Papierverbrauch des Deutschen 1975 bei rund 122 kg, heute bei ca. 244 kg. Wer ist der Übeltäter? Man mag es kaum fassen: das Internet. Die im Netz agierenden Unmengen von Versandhändlern verschicken ihre Ware vorzugsweise in Unmengen von Papier und Pappe. Auch neuzeitliche Phänomene wie der Coffee-to-go tragen zur Papierverschwendung bei; verbraucht der aromatische Wachmacher doch sechs Milliarden Pappbecher pro Jahr, allein in Deutschland.

Jeder dritte Baum wird zu Papier verarbeitet. Ob wir nun Zeitung lesen, uns die Nase putzen, Dokumente ausdrucken, auf der Toilette sitzen: Das alles geht nicht ohne Bäume. Allein für Hygienepapier werden täglich rund 270.000 Bäume abgeholzt. Was können Sie tun?

Mit Recyclingpapier lässt sich nicht nur der Holzverbrauch senken, sondern auch jede Menge Wasser und Energie sparen. Vorsicht ist jedoch geboten: Nicht alle Hersteller und Siegel halten, was sie versprechen. Hier eine Übersicht der gängigsten Siegel:

Der Blaue Engel

Der Blaue Engel ist eins der ältesten Umweltsiegel und wird nach strengen Kriterien vergeben. Papier mit diesem Siegel besteht zu 100 % aus Altpapier. Bei der Herstellung werden weder Chlor noch andere umweltschädliche Stoffe verwendet.

ÖkoPAplus

ÖkoPAplus ist ein Siegel, das in Zusammenarbeit mit Greenpeace ins Leben gerufen wurde. Auch dahinter stehen 100 % Altpapier und eine Herstellung ohne Bleiche und Druckfarbentfernung.

FSC

Das FSC-Siegel bewertet die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern. Es bezieht sich also nur auf Holz, nicht auf Papier und dessen Herstellung. Dieses Siegel können wir daher nicht empfehlen.

AquaPro Natura

Aqua Pro Natura garantiert, dass der Zellstoff nicht aus den Tropen kommt. Das Holz kann freilich dennoch aus Urwäldern stammen. Hinter diesem Siegel steht kein Altpapier, also Finger weg davon.

2. Fleisch

Die Intensivtierhaltung schadet nicht nur den Tieren, sie zerstört auch die Regenwälder und damit unser Klima. Die Fleischproduktion ist hauptverantwortlich für die Abholzung des Regenwalds in Südamerika und damit auch für den Klimawandel. Riesige Flächen werden zur Weidelandgewinnung und für den Futteranbau gerodet.

Brasilien verfügt über ca. 180 Millionen Rinder und gehört zu den größten Exporteuren der Welt. Große Landflächen werden dort für die Viehzucht verschleudert. Ca. 65 % der gerodeten Flächen verwandelt man in Tierweiden. Zwischen 1996 und 2006 wurden 100.000 km2 Regenwald für die Viehzucht abgeholzt, eine Fläche, so groß wie alle Wälder Deutschlands zusammengenommen. Einer Studie der FAO (Food and Agriculture Organization) zufolge trägt die Rinderzucht in Südamerika ca. 18 % zum weltweiten Ausstoß von Treibhausgasen bei.

Der Fleischverbrauch in Deutschland ist derart hoch, dass unser Ackerland nicht ausreicht, um die notwendige Futtermenge anzubauen. Darum wird fleißig importiert. Überwiegend stammt das hierzulande verwendete Tierfutter von Sojafeldern aus dem Regenwald.

Bereits im Jahr 2009 betrug die Fläche der Sojafelder in Brasilien 22 Millionen km2. Das entspricht der Fläche Großbritanniens. 80 % des importierten Sojas landen als Futtermittel in der Fleischindustrie. Nur etwa 2 % werden für Nahrungsmittel wie Sojamilch oder Tofu verwendet. Ein weiteres Problem beim Sojaanbau besteht in der Verwendung von Chemikalien zur Schädlingsbekämpfung. Diese verschmutzen unsere Gewässer. Das schadet nicht nur den Fischen, sondern führt auch beim Menschen zu Krankheiten.

3. Palmöl

Etwa die Hälfte der Produkte, die Sie im Supermarkt kaufen können, beinhaltet Palmöl. Palmöl ist das weltweit meistgenutzte Pflanzenfett zur Herstellung von Lebensmitteln, Kosmetik und Kerzen. Gewonnen wird es aus den Früchten der Ölpalme, die nur in feuchttropischen Gebieten wächst. Ergebnis: Große Waldflächen müssen Palmölplantagen weichen. Da die Ölpalmen weit ertragreicher sind als beispielsweise Raps, ist die Nachfrage für Palmöl in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Allein 2011 wurden 54 Millionen Tonnen Palmöl produziert. Malaysia und Indonesien sind die größten Palmölhersteller der Welt; sie decken 90 % des Weltmarkts. Laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) ist der dortige Palmölanbau der Hauptgrund für die Regenwaldzerstörung.

Palmöl ist gesundheitsschädlich, nicht nur für die Umwelt, auch für uns Menschen. Bei der hochtemperierten Verarbeitung werden gesundheitsschädliche Stoffe freigesetzt, die nicht nur Krebs erregen, sondern auch zu Nieren-, Leber- und Hodenkrankheiten führen können. Achten Sie also beim Einkauf stets auf die Inhaltsstoffe und vermeiden Sie Fertigprodukte.

 

Quellen:

Abenteuer-Regenwald

WWF

Handelsblatt

Lexas

UNEP

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