Großen und erfolgreichen Unternehmen haftet häufig ein miserabler Ruf an. Tatsächlich blendet das gewinnmaximierende Operieren zahlreicher Konzerne nachhaltige Aspekte wie ökologische und soziale Verantwortung weitgehend aus.

Insbesondere der amerikanische Getränkehersteller Coca Cola hat in der Vergangenheit das Musterbild des rücksichtslosen kapitalistischen Großkonzerns geprägt. Coca Cola belegt im Ranking der weltweit wertvollsten Unternehmen Platz 13. Der Markenwert wird mit 80,31 Milliarden US-Dollar angegeben. Zum Vergleich: Google belegt aktuell Rang 1 mit 229,2 Milliarden US-Dollar.

Ein böser Ruf

Das Unternehmen soll Studien über den Zusammenhang zwischen zuckerhaltigen Softdrinks und Übergewicht gefälscht haben. In Kolumbien soll der Konzern nicht nur massiv der Umwelt geschadet haben, es kursierten sogar Gerüchte um die Ermordung eines Gewerkschafters. Vorwürfe über Pestizide in den Produkten, Ausbeutung von Wasservorkommen in Dritte-Welt-Ländern, während die Bevölkerung verdurstet. Ganz schön starker Tobak.

Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s völlig ungeniert, sollte man meinen. Dementgegen zeigt sich die Führungsspitze des Unternehmens nun bemüht, den beschmutzten Ruf aufzupolieren.

Nachhaltigkeit als neue Marschrichtung

Laut eigenen Angaben schlägt man nun den nachhaltigen Weg ein: Förderung sozialer Projekte (Die Tafeln e.V., um eins zu nennen), Beteiligung an den Aktionstagen Nachhaltigkeit, bei denen eigene Mitarbeiter ehrenamtliche Projekte in Berlin aktiv unterstützen, und Wasserrückzahlungen.

„Für jeden Tropfen Wasser, den wir nutzen, geben wir einen zurück.“

Der neue Wahlspruch soll programmatisch umgesetzt werden. Fragt sich, auf welche Weise die Unmengen Wasser zurückgegeben werden sollen und wie das den Bedürftigen in den Dritte-Welt-Ländern nutzt.

Der gesamte Wasserverbrauch für die Flaschenabfüllung lag im Jahr 2015 bei 300,19 Mrd. Litern. Insgesamt wurden, laut Coca Cola, 2015 aber auch 337,7 Mrd. Liter „zurückgegeben“.  Unter Wasser zurückgeben versteht man bei Coca Cola: Zugang zu sauberem Trinkwasser schaffen, Wassereinzugsgebiete restaurieren und schützen und Wasser für produktive Nutzung bereitstellen. Angesichts dieser Zahlen drängt sich zwingend die Frage auf, wie und ob das überhaupt möglich ist. Vom Ausbeuter zum Wohltäter? Mehr „Beweise“ als von Coca Cola veröffentlichte Zahlen haben wir derzeit nicht.

Laut eigenen Angaben wurden weltweit über 300 Millionen US-Dollar in kommunale Wasser-Projekte investiert. Auf diese Weise habe man beispielsweise in Afrika 2 Millionen Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser verschafft. Der Getränkeriese schützt weiterhin Wälder, arbeitet seit 9 Jahren mit dem WWF zusammen und hat über 400 Partner in über 71 Ländern, um unsere wichtigste Ressource zu schützen.

Die Effizienz steigern

Und man arbeitet auch an der eigenen Effizienz. So konnte der Wasserverbrauch pro Getränkeliter in den letzten 13 Jahren um 27 Prozent reduziert werden. Der Weg bleibt weiterhin das Ziel. So will man den Verbrauch auch in Zukunft dezimieren.

Greenwashing und Nachvollziehbarkeit

Greenwashing ist heutzutage recht populär und macht es dem Verbraucher zunehmend schwer zu unterscheiden, ob sich ein Unternehmen nachhaltig verkauft oder tatsächlich nachhaltig ist. Im Fall von Coca Cola bleibt das schwerlich nachzuvollziehen.

Fakt ist, dass man sich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt und registriert hat, dass viele Verbraucher bewusst einkaufen und von Unternehmen verantwortungsvolles Wirtschaften verlangen. Auf diesen Zug wollen alle Marktteilnehmer aufspringen. Wirklich in den Bahnhof einfahren werden jedoch nur Unternehmen, die wirklich nachhaltig agieren. Denn die Wahrheit kommt immer ans Tageslicht. Früher oder später.

 

Quellen:

http://www.coca-cola-deutschland.de/stories/ploetzlich-lehrerin-deutschunterricht-fuer-fluechtlinge

http://www.coca-cola-deutschland.de/stories/wasser-marsch-renaturierung-der-alten-elbe-in-sachsen-anhalt-abgeschlossen

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/162524/umfrage/markenwert-der-wertvollsten-unternehmen-weltweit/

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/nachhaltigkeit-wie-coca-cola-wasser-spart/14460606.html

http://www.wiwo.de/technologie/green/kolumne-wie-nachhaltig-ist-coca-cola/13545072.html

http://www.huffingtonpost.de/2015/10/10/coca-cola-skandal-_n_8273386.html

http://www.sueddeutsche.de/kultur/coca-cola-zynische-realitaet-1.892465

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/getraenke-pestizide-in-der-cola-1356923.html

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